Kirchengemeinde Pütte-Niepars

Bodenständig, ehrlich und offen

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Kirche Pütte

Das Kirchengebäude ist eine dreischiffige und dreijochige Backsteinhalle mit eingezogenem einjochigem Polygonchor und stammt aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der Westturm wurde im 15. Jahrhundert gebaut. Fenster, Portale und Gewände weisen zahlreiche interessante architektonische Details, wie Stäbe und Kehlen, auf. Eine Sonnenuhr aus der Zeit um 1800 ist an der Südseite auf einer Kalksteinplatte angebracht. Durch die strategisch günstige Lage des Ortes hat auch die Kirche im Laufe der Jahrhunderte eine recht wechselvolle Geschichte erlebt. So findet sich in alten Akten der Eintrag, das die Pütter Kirche zur Zeit der Belagerung Stralsunds (1628) im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) "in gentzlichen Ruin gesetzet" war. In den Nordischen Kriegen (1709 -14) diente die Kirche immer wieder als Pulvermagazin. In dieser Zeit weilte aber auch August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen mit Gräfin Kosel im Gefolge in diesem kleinen Ort. Am meisten litt die Kirche während der Franzosenzeit (1806-1807), in der sie zur Bäckerei umfunktioniert und das gesamte Gestühl verheizt wurde. Nach den Freiheitskriegen (1812/13) richtete sich die Gemeinde ihre Kirche wieder ein. Sie bekam ein Gewölbe im Kirchenschiff, von dem Berliner Orgelbaumeister Buchholz eine zweimanualige Orgel mit Pedal (14 Register) und Teile der Inneneinrichtung aus einer Stralsunder Kirche. Dazu wurden Emporen und Kanzelaltar gefertigt, so dass die Kirche 1866/67 geschlossen neogotisch ausgestattet wurde.

In den vergangenen Jahrzehnten hat die Kirchengemeinde auch unter erschwerten Bedingungen zum baulichen Erhalt der Kirche immer wieder beigetragen. So wurde das Dach des Schiffes 1983 neu eingedeckt und der Kirchturm 1997 vollständig saniert. Im Jahr 2006 konnte die vollständige Reparatur der Fenster zum Abschluß gebracht werden. Durch 6m lange Stahlbetonpfähle, die unter die Fundamente der Chorpfeiler greifen, konnte 2009 das Chormauerwerk stabilisiert werden und in der Folge das Gewölbe, das ,durch starke Risse geprägt, abzustürzen drohte, wieder rekonstruiert werden. Dabei traten mittelalterliche Grappen und Drollerien zu Tage.

Seit dem Jahre 2000 gibt es einen Förderverein, der Glieder der Kirchengemeinde und konfessionslose Bürger mit dem Ziel vereint, dieses alte Zeugnis der Kultur und Handwerkskunst der Region zu bewahren und für künftige Generationen zu erhalten.

Sehenswertes:

  • Reste einer Wandmalerei (Abendmahlsszene) aus dem 14. Jahrhundert im Südschiff
  • Kelchförmige Taufe aus dem 14. Jahrhundert
  • Pastorengedenktafel ab 1527 = Reformation, angefertigt 1720
  • Grabplatten von Gotan (1333) und Pavel Morder (1427)
  • Grabplatte des Königl.Preuss. Dragoner, Hauptmann Borgislaff Ulrich von Platen (24.08.1727-18.11.1800)
  • Grabstele von Charlotte Dorothea (genannt: Gottesgab) Rasow, der Lieblingsschwester von Ernst Moritz Arndt 
  • Grabstelle des Malers Prof. Gustav Pflugradt, einem Großneffen des Malers Caspar David Friedrich.

Gottesdienste und kulturelle Veranstaltungen zeigen, dass die Kirche zu Pütte weit über ihre Grenzen Anklang findet. Dies macht Mut und zeigt, dass die Kirche über 700 Jahre nach ihrer Erbauung lebendig ist.

 

Terminkalender

Tageslosung

Montag, 16. Dezember 2019
Bringt eine Mutter es fertig, ihren Säugling zu vergessen? Hat sie nicht Mitleid mit dem Kind, das sie in ihrem Leib getragen hat? Und selbst wenn sie es vergessen könnte, ich vergesse euch nicht!
Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

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